„Wenn ich Fotos anschaue, kommt es mir so unwirklich vor. Dabei ist es noch keine drei Wochen her“
Hakuna Matata!
Danach fuhr die Gruppe nach Eldoret. Es war so, wie man es sich vorstellt: ein Retrobus, viele Eindrücke und noch mehr Schlaglöcher – aber das ist das Kenia-Feeling. Es sollte nicht die letzte lange Fahrt bleiben. Nicht wegen der Distanzen, sondern wegen der Straßen, die von der Regenzeit gezeichnet waren. Aber selbst bei einem Achsbruch hieß es: Hakuna Matata – keine Sorgen. Dann wartet man eben. Ob auf den Bus, die Menschen selbst, die Sonne, auf irgendwas wartet man in Kenia immer. Das ist nun mal die Lebenseinstellung.
In Eldoret angekommen veranstalteten die Kenianer mit uns ein Seminar unter dem Titel „Youth and Agriculture“. Themen wie Nahrungssouveränität oder Erziehung standen zur Diskussion. Wir verständigten uns auf Englisch, ein paar Wörter Kisuaheli und nicht selten mit Händen und Füßen. Aber wir haben voneinander profitiert.
Außerdem besuchten wir Kirchengemeinden, sogenannte „Parishs“. Dabei haben wir viele Jugendliche kennengelernt, gesungen, getanzt, Kindergärten besichtigt oder Unterrichtsstunden gehalten.
Bei kleinen Projekten lernte man sich und den Alltag des Anderen kennen: Wir haben gemeinsam auf einem Maracuja-Feld gearbeitet, eine Teeplantage bepflanzt oder im Stall geholfen. Das waren die besten Tage. Die Arbeit macht hungrig. Zu essen gab es „Ugali“, ein Maismehlbrei, bitteres Kraut, Kartoffeln, Fleisch, zum Frühstück Toastbrot. Und natürlich schwarzen Tee mit Milch. Auf einen Vollkornsemmel mit Käse zuhause haben wir uns richtig gefreut.
Bei Tagesausflügen ließen auch die landschaftlichen Eindrücke nicht auf sich warten: Zum Lake Bogoria, wo 700.000 Flamingos die Fremden begrüßten. Oder zum Sergoithill, wo man den Blick bis zum Horizont schweifen lassen konnte.