Kenia! Landjugendaustausch 2011

Lebensträume/Lebensräume

Kenia! Landjugendaustausch 2011
20. September 2011 Eva Djakowski

Der Austausch der drei Diözesen stand diesmal unter dem Motto „Lebensträume/Lebensräume“. Zusammen besuchten Deutsche und Kenianer nach ersten Tagen des Kennenlernens in Mainz einen Winzer und einen Bauernhof in Rheinland-Pfalz. Auf dem Bundestreffen in Ochtendung nahmen sie dann unter anderem an der internationalen Konferenz mit Jugendlichen aus aller Welt teil.

Im Zuge ihres Aufenthalts in den Ortsgruppen Balderschwang (Oberallgäu) und Gestratz (Lindau) befassten die Teilnehmer sich dann unter anderem mit Tourismus und seinen Auswirkungen auf Kultur, Umwelt und den einzelnen Menschen in ländlichen Gegenden. Besonderen Wert wurde darauf gelegt, die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten in diesen Punkten herauszufiltern. Die Gespräche und Diskussionen, die auch beim Mittagessen auf englisch geführt wurden, brachten auch Tabu-Themen auf. Father Emanuel, der die sieben kenianischen Landjugendlichen begleitete, sieht zum Beispiel auch Prostitution in Kenia als Folge des Massentourismus: Junge Frauen aus ländlichen Gegenden verlassen ihre Familien und versuchen so, ihren Unterhalt zu verdienen. Der Verlust von Kultur und Individualität bereitet dem Priester ebenfalls Sorgen: Die jungen Erwachsenen lassen sich zu leicht vom europäischen Lebensstil beeinflussen und möchten diesen imitieren.

Father Emanuel konnte aber auch Positives aus seinem Land berichten: Glaube und Kirche werden als etwas Lebendiges und Freudiges wahrgenommen. Die fünf Gottesdienste, die er jeden Sonntag in seiner Kathedrale zelebriert, sind mehr als gut besucht, und auch bei der täglichen Messe unter der Woche ist das Gotteshaus stets gefüllt.

Bei einer gemeinsamen Wanderung durch den Eistobel südlich von Isny im Allgäu konnten die Gastgeber ihren Gästen schon mal einen Teil bayrischer Kultur zeigen. Intensiver wurde es am Abend beim gemeinsamen Grillen mit der Ortsgruppe Gestratz. Diese hatte die ortsansässigen Trachten- und Musikvereine eingeladen, die den Afrikanern und Mainzern in kurzweiligen Stücken bayrisches Brauchtum und Musik präsentierten. Gekonnt banden die Vereine die Gäste ein, so dass sie Peitschen zum Schnalzen schwangen und beim Schuhplattln traditionsgemäß um die schönste Frau warben.

Der weitere Weg führte die kenianischen Gäste noch in die Fuggerstadt Augsburg, wo sie die Diözesanstelle der KLJB, aber auch die Stadt selbst besichtigten. Im Anschluss verabschiedete sich die Gruppe in Mainz, bevor die Kenianer am 21. August die Heimreise antraten. Ein Gegenbesuch ist fürs nächste Jahr geplant.

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