Einheit in Vielfalt erleben

Einheit in Vielfalt erleben
6. September 2018 FSJ

Besuch der kenianischen Partnerlandjugend CARYM

„Karibu“ – das ist swahili und bedeutet „Herzlich Willkommen“. Diese Vokabel haben sich alle Mitglieder des internationalen Austauschs zwischen den Katholischen Landjugendbewegungen Augsburg (KLJB) und Mainz und der kenianischen Partnerlandjugend CARYM (Catholic Agricultural Youth Movement) aus Eldoret eingeprägt. So konnten die KLJBler die Gäste aus Kenia Mitte August in ihrer Landessprache begrüßen. Für insgesamt drei Wochen kamen elf Jugendliche aus der Diözese Eldoret nach Mainz und Augsburg, um sich mit den deutschen KLJBlern über „Unity in Diversity“ (Einheit in Vielfalt) auszutauschen und vor allem das Leitwort selbst zu erleben. Gerade in Zeiten, in denen nationalistische Stimmen immer lauter werden, wollen die Jugendlichen für Einigkeit und Gleichheit aller Menschen – unabhängig von Nationalität – einstehen.

Das Programm für den internationalen Austausch war gut gefüllt: in Mainz wurden unter anderem eine Synagoge und eine orthodoxe Kirche besucht, alle Teilnehmer absolvierten ein interkulturelles Training und lernten sogar ein wenig Gebärdensprache. „Die kenianischen Gäste sind sehr aufgeschlossen gegenüber dem Programm, das wir vorbereitet haben“, erzählt Christian Jehle (23) aus der KLJB-Ortsgruppe Gutenberg (Kreis Kaufbeuren). Das war auch gut so, denn den zweiten Teil ihres Deutschland-Besuchs verbrachten die CARYMler im Allgäu, wo natürlich eine Bergtour nicht fehlen durfte. „Die Fahrt mit der Bergbahn war für einige der Kenianer, die diese Höhen nicht gewöhnt sind, etwas kritisch“, sagt Tamara Horak, die als Diözesanvorsitzende der KLJB Augsburg für die Partnerschaft mit der Landjugend CARYM verantwortlich ist. „Eine Teilnehmerin hatte richtig Angst. Aber gemeinsam konnten wir auch diese Hürde bewältigen.“

Neben Kennenlernen, Austausch und Verfeinerung der interkulturellen Kompetenz sollte natürlich auch die klassische Bildungsarbeit bei der Studienfahrt nicht zu kurz kommen. Für viele der Kenianer war der Besuch eines Bauernhofs in Lauben ein persönlicher Höhepunkt. Der 24-jährige Samson, dessen Familie in Kenia einen Hof mit zwei Kühen und ein paar Ziegen bewirtschaftet, war von der Technologie, die auf deutschen Höfen zum Einsatz kommt, sehr beeindruckt. „Es gibt Maschinen fürs Melken!“, staunte er. „So etwas habe ich noch nie gesehen. Aber ich habe auch noch nie einen Hof mit 150 Kühen gesehen.“ Und was hat er noch gelernt? „Wenn ich zu Hause bin, möchte ich auch einen Bienenstock aufbauen. Das müsste eigentlich auch bei uns funktionieren. Julians Vater hat es mir ganz genau erklärt.“

Ein paar Tage in Augsburg waren der letzte Programmpunkt, ehe die Gäste am 04. September wieder in ihre Heimat reisten. Zum Abschluss wurde noch einmal richtig gearbeitet, als die Partnerschaftsgespräche geführt wurden. Hier ist die Zusammenarbeit für die kommenden drei Jahre beschlossen worden. Unter anderem möchte sich die CARYM an der 72h-Aktion des Bundes der Katholischen Deutschen Jugend (des Trägerverbands der KLJB) beteiligen. „Für uns ist es wichtig, dass die Partnerschaft auch aktiv wirkt, wenn wir nicht beieinander sind“, sagt Tamara Horak. „Deshalb finde ich es klasse, dass CARYM die 72-h-Aktion in Kooperation mit einem Kinderheim vor Ort in Eldoret umsetzen will.“ Zudem wurde auch der Gegenbesuch der KLJB in Kenia im kommenden Jahr vorbesprochen. Samson freut sich darauf, den KLJBlern Wildtiere wie Löwen und Giraffen im Nationalpark zeigen zu können.

Die Partnerschaft zwischen KLJB Augsburg, KLJB Mainz und CARYM Eldoret besteht seit 2001 und ist vor allem durch die persönlichen Besuche, die im Drei-Jahres-Rhythmus (mit jeweils einem Pausenjahr) stattfinden, geprägt. „Der Wert eines solchen Austauschs liegt für uns in erster Linie darin, dass wir über unseren Tellerrand blicken und Interkulturalität am eigenen Leib kennenlernen. Sowohl wenn die Kenianer hier zu Besuch sind und wir uns an ihren Rhythmus angleichen müssen, als auch besonders, wenn wir alle drei Jahre nach Kenia reisen.“ 2019 findet unter dem Leitwort „Menschenwürde“ der Besuch der KLJB Augsburg in Eldoret statt.

Die Internationale Arbeit ist eine der tragenden Säulen der Bildungsarbeit der KLJB Augsburg und zeichnet sich dadurch aus, dass sie ausschließlich von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Jugendverbandes gestaltet wird. Die Gastgeber von diesem Jahr freuen sich jedenfalls jetzt schon darauf, 2019 Eldoret kennenzulernen und ihre neugeknüpften Freundschaften zu vertiefen.

 

1 Kommentar

  1. Hermann Ehle 2 Wochen vor

    Toll, was Ihr da macht!
    Viele Grüße Euer ehemaliger Bundeskurat von 1968 bis 1973 Hermann Ehle/87.
    jetzige Station: Krumbach-Niederrauau

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Dies ist ein Demo-Shop für Testzwecke — Bestellungen werden nicht ausgeführt. Verstanden

X