Ausgewachsen! – Wie viel ist genug?

Diözesanvollversammlung I/2016 der KLJB Augsburg

Ausgewachsen! – Wie viel ist genug?
15. März 2016 Eva Djakowski

„Ausgewachsen! – Wie viel ist genug?“ unter diesem Motto hat vom 11. bis zum 13. März 2016 die Diözesanvollversammlung der KLJB Augsburg im Landjugendhaus Kienberg (Oberbayern) stattgefunden. Im Rahmen des bayernweiten KLJB-Projekts setzten sich rund 40 KLJBlerInnen des Diözesanverbands Augsburg mit dem Thema „Wirtschaftsethik“ auseinander.

Als externer Referent war Ludgar Elfgen eingeladen, der im Studienteil das Thema „Ethisches Wirtschaften“ beleuchtete. Der Geschäftsführer der elfgenpick GmbH ging aus seiner Praxiserfahrung auf Fragen wie, „Welche Bedeutung hat Geld in unserer Gesellschaft?“ oder „Was ist fair beim Geldverdienen?“ ein. Anhand der Vorstellung des „Ehrbaren Kaufmanns“ skizzierte er das Leitbild verantwortlichen wirtschaftlichen Handelns. Der ehrbare Kaufmann zeichnet sich durch Werte wie Tugend, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Moral aus, die die Basis für sein wirtschaftliches Handeln bilden. Das Konzept ist seit dem Mittelalter bekannt und auch im 21. Jahrhundert aktuell und von großer Bedeutung, unter anderem, da es auch nachhaltiges Wirtschaften anstrebt. „Es gibt viele Modelle, um ethisches Wirtschaften voranzubringen, aber letzten Endes kommt es auf die Herzensbildung an. Unternehmen sollten sich aus Überzeugung an ethischen Werten orientieren, sonst ist die Handlungsweise nur Makulatur, ein Feigenblatt“, so das Fazit Ludgar Elfgens. Darüber hinaus hatten die KLJBlerInnen auch die Möglichkeit auf kurzweilige Art und Weise selbst den freien Markt kennenzulernen: der Referent hatte ein Spiel vorbereitet, bei dem jeder Teilnehmer eine Ware (z.B. Brot, Käse, Eier) bzw. Dienstleistung (Lehrer, Reinigungskraft, Schreiner) zur Verfügung hatte. Ziel war es, sich durch Tauschen ein möglichst breites Portfolio des auf dem Markt verfügbaren Angebotes zusammenzustellen. Auch symbolisches Geld war im Umlauf. Das Ergebnis Einiger bei Spielende: „Ich sterbe reich, aber verhungert.“ Denn Geld wollte gegen Ende keiner mehr entgegennehmen, Waren und Dienstleistungen waren gefragt.

Max Hohenegger, KLJB-Gruppenleiter im Dekanat Memmingen, hatte sich mit aktuellen wirtschaftsethischen Herausforderungen auseinandergesetzt, die er im zweiten Studienteil präsentierte. Wirtschaftsethik sei nicht nur ein Thema der Global-Player und Weltkonzerne, sondern auch kleinere, regionale Unternehmen und Einrichtungen hätten eine Verantwortung zum ethischen Handeln. Dies verdeutlichte der Sozialwissenschaftsstudent anhand von Phänomenen wie Leiharbeit oder Gentrifizierung.

Neben Referaten, Spielen und Diskussionen über „Wirtschaftsethik“ mit ihren Facetten und Auslegungsmöglichkeiten diente die dreitägige Versammlung auch der Reflektion der Arbeit und des Wirkens des Diözesanverbandes, der Arbeitskreise und Dekanats- und Kreisgruppen im vergangenen halben Jahr. Zudem fanden auch dieses Mal die Wahlen der Diözesanvorsitzenden statt. Neu in den Diözesanvorstand wurde Simon Steinmayer aus der Ortsgruppe Illerbeuren (Dekanat Memmingen) gewählt. Wiedergewählt wurde Tobias Aurbacher (Ortsgruppe Sontheim, Dekanat Memmingen). Beide Vorsitzende nehmen ihr Amt für die kommenden zwei Jahre wahr.

Fotogalerie der DVV I_16

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