08.02.2016 14:10 von KLJB Augsburg

Jugend und die EINE WELT - Die Jugendwerkwoche 2016

Um die Welt zu tragen, dafür braucht es mehr als die Heiligen Drei Könige. Banker müssen genauso mitanpacken wie Pfadfinder, Veganer, Faulenzer und Jedermann und -frau. Das haben die Organisatoren der Jugendwerkwoche 2016 anschaulich bei ihrem Eingangssketch zur Veranstaltung demonstriert, als auch der Einsatz des Auditoriums gefragt war, um die symbolische Weltkugel mit einem Durchmesser von fast zwei Metern zunächst zu heben und dann kontrolliert zu bewegen.

 

Unter dem Motto: „Da bin i dahoam – Jugend und die EINE WELT“ hatte das Bischöfliche Jugendamt der Diözese Augsburg zusammen mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Augsburg die JugendreferentInnen und SeelsorgerInnen vom 1. bis 3. Februar 2016 zur Jugendwerkwoche eingeladen. Drei Tage lang standen Vorträge, Workshops und geistliche Impulse vor der Frage, welche Verantwortung wir als ChristInnen für die Welt tragen und wie wir dieser Verantwortung gerecht werden können. Bei seiner Begrüßung betonte Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier, der zwölf Jahre das Referat „Weltkirche“ im Bistum geleitet hatte, dass die TeilnehmerInnen an der Veranstaltung sich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema „in bester Gesellschaft“ befänden. „Nämlich in der Gesellschaft von Papst Franziskus, der unaufhörlich betont, dass die Zukunft der Welt in unseren Händen liegt.“ Papst Franziskus weise immer wieder darauf, dass die Globalisierung der Solidarität vor der Globalisierung der Wirtschaftsmärkte stehen sollte.

 

Im Themenblock „Die Weltkirche & ich“ berichteten Verena Decker, Pater Juan Goicochea Calderón und Natacha Bamy von ihren Erfahrungen in der Seelsorge in Peru und Kamerun. „Vieles läuft anders als bei uns und dennoch gut“, sagte Verena Decker, die ein Praxissemester in einer Tagesstätte für behinderte Kinder in Peru geleistet hatte. Man könne deutsche Konzepte und Konstrukte nicht Eins-zu-eins in Mittelamerika anwenden und glauben, sie würden dort genauso funktionieren wie hier. Die aus Kamerun stammende Natacha Bamy lobte die Struktur und Verfasstheit deutscher Jugendarbeit im Vergleich zur ihrer Heimat, berichtete aber auch davon, dass die Gemeinde im Leben kamerunischer Christen eine größere Bedeutung habe, als in Deutschland. Für den gebürtigen Peruaner Pater Juan ist persönlicher Kontakt das A und O der Seelsorge. Viele Jahre ist er in Nürnberg in der Obdachlosenseelsorge tätig gewesen, ehe er vor sieben Jahren in seine Heimat zurückkehrte. „Wir können nicht in der Kirche bleiben, wir müssen auf die Straßen“, betonte er in seinem Statement. Persönliche Begegnung sei überall auf der Welt die Voraussetzung für Seelsorge. Anschließend referierte der Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks „Misereor“ über die „Perspektiven kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit“ und berichtete dabei von seiner Arbeit. Die Sehnsucht, solidarisch zu leben, sei groß in Deutschland, sagte Pirmin Spiegel, der Glaube daran, dass eine weltweite Solidarität möglich ist, fehle jedoch.

 

Die Jugendvesper mit Weihbischof Florian Wörner stand am Vorabend von Mariä Lichtmess ganz im Zeichen des Lichts und wurde stimmungsvoll von Pater Nobert Beckers „Bischof-Simpert-Messe“ musikalisch gestaltet.

 

Im Anschluss wurde bereits zum 19. Mal der Bischof-Simpert-Preis des BDKJ und des Katholischen Jugendwerks in der Diözese Augsburg für herausragende Projekte der Kinder- und Jugendarbeit verliehen. Die mit 500€ dotierte Auszeichnung konnte in diesem Jahr die Kolpingjugend für ihr Projekt „#MUTiviert engagiert“ entgegen nehmen. „Das Schöne an den Projekten für den Simpert-Preis ist, dass sie von A bis Z von Ehrenamtlichen initiiert und durchgeführt werden. Das Engagement bei den Projekten kommt aus der Mitte der Verbände. Mit dem Preis soll Mut gemacht werden, die Verbände in ihrer Basis zu stärken“, beschrieb Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker, der Verbändereferent der Diözese Augsburg und Jury-Mitglied, das Besondere am Bischof-Simpert-Preis.

 

Die KLJB hatte fünf Projekte zum Wettbewerb eingereicht, von denen jeder mit 50€ für die jeweilige Gruppe honoriert wurde. 

KLJB Roggenburg: Renovierung des öffentlichen Grillplatzes ‚Gauloch‘
Agrarsozialer Arbeitskreis (ASAK) des KLJB Diözesanverbandes: Drink  & Drive – So kommt der Apfel in die Flasche
KLJB Finningen: Licht für andere Menschen sein
KLJB Diözesanverband: Die Augsburger Gruppenkiste
KLJB Dekanat Memmingen: Kuddlmuddl – Tausch- und Flohmarkt für den guten Zweck

 

Fotos von der Jugendwerkwoche

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