19.09.2016 14:52 von Eva Djakowski

Kirche für Jugendliche – ein Verkehrschaos? – KLJB-Bergmesse

Von einem Projektchor wurde die Bergmesse musikalisch gestaltet.

Blauer, wolkenloser Himmel, angenehme, warme Temperaturen und Sonnenschein – das perfekte Wetter für eine Bergmesse. Die KLJB Augsburg lässt sich jedoch auch von nasskalten Temperaturen, dunkelgrauen Wolken, Nebel und Niesel- bis Starkregen nicht von der Glaubensfeier abhalten und so hat gestern, am 18. September 2016, bei zum Teil widrigen Wetterbedingungen die gemeinsame Bergmesse von KLJB und Katholischer Jugendstelle Kaufbeuren auf der Juget-Alpe im Oberallgäu stattgefunden.

 

Rund 150 Besucher, die Hälfte davon KLJBler, feierten bereits zum dritten Mal mit KLJB-Diözesanseelsorger Dr. Gerhard Höppler einen vom „Spirimobil“ (spiritueller Arbeitskreis der KLJB) gestalteten Gottesdienst auf dem Berg. Eine Feier direkt am Gipfelkreuz, wie in den vergangenen Jahren, war dieses Mal wetterbedingt nicht möglich, doch die KLJB und der Hütten-Wirt „Baschtel“ (Sebastian Wölfle) wollten die Messe auf keinen Fall absagen: „Es hatten sich etliche Besucher aus Augsburg und noch weiter weg angekündigt. Wir wollten niemanden enttäuschen und so habe ich kurzerhand gestern den Stadel ausgeräumt, so dass wir den Gottesdienst ins Trockene verlagern konnten“, so der Wirt.

 

Bereits beim Aufstieg auf 1010 Höhenmeter wurden die Messe-Besucher auf das Thema des Gottesdienstes „Kirche für Jugendliche – ein Verkehrschaos?“ eingestimmt. Auf dem Weg nach oben waren immer wieder Wegweiser aufgestellt, die zur Bergmesse wiesen oder in eine andere Richtung wie zum Bespiel zum „E-Bike-Verleih“, zur „Gewerbemesse“ oder „Rodelbahn“. „Wir müssen uns im Leben immer wieder entscheiden, welche Richtung, wir einschlagen. Und ob wir diesen Weg mit Gott gehen wollen“, sagte Gerhard Höppler. Dabei sei Kirche heutzutage häufig das reinste Verkehrschaos, stellten die Jugendlichen fest. Sie gebe zwar Richtlinien vor, die der Orientierung dienten, doch die Wege der Kirche würden auch häufig als verengte Fahrbahnen wahrgenommen, die keinen Platz für Umwege ließen. „Die KLJB will über Kirche reden!“ sagte Diözesanvorsitzende Tamara Horak im Rahmen der Feier. „Denn Kirche ist auch eine Tankstelle für Jugendliche. Ein Ort der Stille und Besinnung, an dem man auftanken kann und Hilfe erfährt.“ Veranstaltungen wie die Bergmesse seien eine gute Möglichkeit, um neue Kraft aus dem Glauben zu schöpfen.

 

So nahmen es auch die Bergmesse-Besucher wahr. Andreas war aus dem KLJB-Kreis Nördlingen ins Oberallgäu gekommen, um beim Gottesdienst dabei zu sein: „Letztes Jahr war die Bergmesse so ein tolles Erlebnis, dass ich auch dieses Mal dabei sein wollte. Zwar ist es schade, dass wir nicht draußen feiern, aber hier im Stadel ist eine wundervolle Atmosphäre. Die weite Anreise hat sich im jedem Fall gelohnt.“

 

Das Ehepaar Schuh stammt aus Mittelfranken und war eigentlich anlässlich der „Viehscheid“, des Alpabtriebs der Kühe, im Allgäu. Zufällig hatten sie von der Bergmesse erfahren. „Wir waren noch nie auf einer Bergmesse und wollten das jetzt einmal miterleben. Ein sehr, sehr schöner Gottesdienst in einem tollen Rahmen“, lobten sie am Ende. Auch für die 19-Jährige Andrea aus der KLJB-Ortsgruppe Erkheim war es die erste Bergmesse. „Unser Diözesanseelsorger Gerhard gestaltet immer sehr ansprechende Gottesdienste. Letztes Jahr war ich leider nicht dabei und musste mir immer wieder anhören, was für einen tollen Tag ich verpasst hatte. Daher wollte ich es mir dieses Jahr, auch trotz des miesen Wetters, nicht entgehen lassen.“

 

Eine typische Bergmesse ist diese Glaubensfeier zwar nicht gewesen, doch dafür ein typisch außergewöhnlicher KLJB-Gottesdienst, der im kommenden Jahr auf jeden Fall – und trotz aller wettertechnischer Unannehmlichkeiten – wiederholt werden soll.

 

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